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Bietigheim-Bissingen, 12.08.2026 (PresseBox) – Vor großen Sportereignissen wächst in Deutschland traditionell die Bilddiagonale. Für das Turnier dieses Sommers lässt sich der Effekt inzwischen beziffern. Laut der Branchenorganisation gfu Consumer & Home Electronics verzeichneten Fernseher mit mehr als 55 Zoll zwischen Januar und März 2026 ein Stückzahlplus von 17 Prozent bei einem Umsatzplus von drei Prozent.

Die Schere zwischen Stückzahl und Umsatz ist der eigentliche Befund: Es werden deutlich mehr große Geräte verkauft, aber zu spürbar niedrigeren Preisen. Noch stärker wächst die Projektion — ein Grund, warum Heimkinoanlagen mit Unterstützung für 8K derzeit zu den meistgefragten Themen zählen.

Auf der Tonseite verläuft die Nachfrage anders. Gefragt sind zunehmend Systeme zum Streamen von Musikdiensten, die neben dem Fernsehton eine zweite Aufgabe übernehmen. Das Portal der Provimedia GmbH ordnet beide Entwicklungen ein.

Was der Verband für das erste Quartal 2026 meldet

Nach Angaben der gfu Consumer & Home Electronics stellt sich der Markt wie folgt dar:

  • Fernseher über 55 Zoll: 17 Prozent mehr Stückzahl, drei Prozent mehr Umsatz.
  • Projektoren insgesamt: elf Prozent Umsatzplus.
  • Kurzdistanz-Projektoren: 27 Prozent Umsatzplus und damit die dynamischste Kategorie.
  • Home Audio: Rückgang um rund 30 Prozent seit 2018 auf 1,1 Milliarden Euro.
  • Analoge Lautsprecherboxen: rund 373 Millionen Euro; Docking- und Bluetooth-Boxen rund 354 Millionen Euro.
  • Der gesamte Home-Electronics-Markt hielt 2025 mit 46,9 Milliarden Euro das Vorjahresniveau.

Das Bild wächst, der Ton schrumpft

Zwischen beiden Bewegungen besteht ein Zusammenhang. Moderne Flachfernseher liefern Ton mit, und für viele Haushalte reicht das. Die Folge ist ein Markt, in dem die Bilddiagonale wächst, während die Nachfrage nach separater Beschallung seit Jahren nachlässt.

Der Rückgang um rund 30 Prozent seit 2018 verteilt sich dabei ungleich. Klassische Lautsprecherboxen und mobile Bluetooth-Geräte liegen mit 373 beziehungsweise 354 Millionen Euro nahezu gleichauf — vor wenigen Jahren war das Verhältnis deutlich zugunsten der stationären Technik verschoben.

„Wer heute ein großes Bild kauft, denkt beim Ton oft erst hinterher nach. Genau dann kommen die Fragen bei uns an — und sie sind schwerer zu beantworten als vorher“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Kurzdistanz-Projektoren treffen einen Engpass der Wohnungen

Das stärkste Wachstum liegt bei Geräten, die aus wenigen Zentimetern Abstand ein großes Bild erzeugen. Der Grund ist banal: In vielen Wohnzimmern fehlt der Projektionsabstand, den klassische Beamer brauchen. Ein Gerät, das direkt vor der Wand steht, umgeht diese Einschränkung, ohne dass Decken- oder Rückwandmontage nötig wird.

Was vom Turniereffekt bleibt

Vorzieheffekte sind aus früheren Jahren bekannt: Was im ersten Halbjahr zusätzlich verkauft wird, fehlt im zweiten häufig. Die Jahreszahlen dürften deshalb nüchterner ausfallen als das erste Quartal, und die Zahlen für das zweite Halbjahr werden zeigen, wie viel von dem Zuwachs vorgezogene Nachfrage war.

Bestand hat die andere Bewegung. Der Rückgang im Home Audio läuft seit sieben Jahren und ist von einzelnen Anlässen unabhängig. Wer jetzt ein großes Bild anschafft, trifft die Tonentscheidung meist erst Wochen später — dann aber unter erschwerten Bedingungen, weil Aufstellung und Verkabelung bereits festliegen. Wer den Ton mitdenkt, solange die Wand noch frei ist, spart sich diesen zweiten Umbau.