München, 15.10.2026 (PresseBox) – Pommes und Gemüse rösten, Brötchen aufbacken oder kleinere Gerichte zubereiten: Airfryer haben sich für viele Anwendungen in der Küche etabliert. Das Angebot unterscheidet sich bei Bauform, Fassungsvermögen und Ausstattung deutlich. Wer eine – zu Deutsch – Heißluftfritteuse kaufen möchte, sollte sich deshalb zunächst überlegen, wie und wofür er das Gerät im Alltag nutzen möchte. Welche weiteren Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen, erklärt Christian Kästl, Technical Manager bei TÜV SÜD.
Ein Korb, zwei Garzonen oder Backofen-Bauform?
Für kleinere Mengen und einzelne Speisen reicht häufig ein Airfryer mit einem Garkorb aus. Varianten mit zwei Garräumen bieten sich an, wenn unterschiedliche Lebensmittel parallel zubereitet werden sollen. Je nachdem lassen sich für beide Bereiche eigene Temperaturen und Garzeiten einstellen. Einige Modelle können zudem so gesteuert werden, dass beide Gerichte zur gleichen Zeit fertig sind. „Bei Doppelkammer-Geräten ist außerdem interessant, ob sich die Garzonen unabhängig voneinander betreiben lassen. Wer gelegentlich eine kleine Portion benötigt, kann dann gezielt nur einen Bereich nutzen“, erklärt Kästl. Daneben gibt es Airfryer mit Klapptür und mehreren Einschubebenen, die ähnlich wie kompakte Backöfen aufgebaut sind. Darin lassen sich Speisen sogar auf mehreren Ebenen gleichzeitig zubereiten.
Platzbedarf und Geräuschentwicklung berücksichtigen
Die Bauform wirkt sich auch auf den benötigten Stellplatz aus. Heißluftfritteusen mit Doppelkammer sind oft breiter und jene mit Klapptür benötigen ausreichend Platz zum Öffnen. Die Außenmaße sollten deshalb zur verfügbaren Fläche auf der Arbeitsplatte passen. Ebenso wichtig ist es, genügend Freiraum zu haben, um die Garkörbe vollständig herausziehen und die in der Bedienungsanleitung angegebenen Mindestabstände für die Belüftung einhalten zu können. Das Gerät sollte dabei möglichst auf einer stabilen, hitzebeständigen und ebenen Fläche stehen.
Da ein Ventilator die heiße Luft im Garraum bewegt, entsteht während des Betriebs ein hörbares Geräusch. Gerade bei regelmäßiger Nutzung oder in offenen Wohnküchen kann die Geräuschentwicklung daher ebenfalls ein relevantes Auswahlkriterium sein. Sofern Hersteller Angaben zur Lautstärke machen, können diese beim Vergleich helfen.
Fassungsvermögen richtig einschätzen
Das Fassungsvermögen wird von Herstellern meist in Litern angegeben. Wirklich aussagekräftig wird dieser Wert jedoch erst, wenn auch die Form und die nutzbare Fläche des Garraums einbezogen werden. Damit die heiße Luft die Lebensmittel möglichst gleichmäßig erreicht, muss genügend Raum für die Luftzirkulation bleiben. Als Anhaltspunkt können die vom Hersteller empfohlenen Höchstmengen dienen. Dabei sollten die Angaben zur maximalen Füllmenge beachtet werden, da ein zu voll beladener Korb die Luftzirkulation beeinträchtigen und zu einem weniger gleichmäßigen Garergebnis führen kann. Bei Doppelkammer-Varianten lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Größe der einzelnen Garzonen. Das angegebene Gesamtvolumen verteilt sich auf beide Kammern. Wer beispielsweise größere Lebensmittel am Stück garen möchte, braucht ausreichend Platz in einer einzelnen Garzone.
Flexible Einstellungen für unterschiedliche Gerichte mitbedenken
Viele aktuelle Airfryer bieten voreingestellte Programme für Pommes, Gemüse, Fleisch oder Backwaren. Sie geben automatisch Zeit und Temperatur vor und vereinfachen so die Auswahl der passenden Einstellungen. Für unterschiedliche Gerichte sind darüber hinaus manuelle Einstellmöglichkeiten von Zeit und Temperatur sinnvoll. Hinzu kommt der verfügbare Temperaturbereich. Je nach Modell reicht der Einsatzbereich dadurch vom Erwärmen und Aufbacken bis zum Garen und Rösten. „Ebenso praktisch ist es, wenn sich Garzeit und Temperatur während der Zubereitung noch anpassen lassen. So kann man bei Bedarf auf den Gar- oder Bräunungsgrad reagieren, ohne den Vorgang komplett neu einstellen zu müssen“, so Kästl.
Auf leichte Reinigung und Ersatzteile achten
Eine Antihaftbeschichtung sorgt dafür, dass Speisen weniger anhaften und sich der Airfryer leichter reinigen lässt. Wie aufwendig die Reinigung ist, hängt zudem von der Bauweise von Garkorb und Einsätzen ab. Kästl rät: „Je weniger schwer zugängliche Kanten, Zwischenräume und fest verbaute Einsätze vorhanden sind, desto einfacher lässt sich der Airfryer säubern.“ Die Bedienungsanleitung gibt Auskunft darüber, welche Teile spülmaschinengeeignet sind und wie das Hauptgerät gepflegt werden sollte. Für eine längere Lebensdauer des Geräts ist es außerdem von Vorteil, wenn sich stark beanspruchte Teile wie Garkorb oder Einsätze bei Bedarf nachkaufen lassen.
Was den Stromverbrauch beeinflusst
Für kleinere Mengen kann eine Heißluftfritteuse gegenüber einem Backofen energieeffizienter sein. Da ein kleinerer Garraum aufgeheizt werden muss, kann die gewünschte Gartemperatur schneller erreicht werden. Der Energieverbrauch kann sich zudem von Modell zu Modell unterscheiden. „Wie hoch er tatsächlich ausfällt, hängt von der Leistungsaufnahme, der Betriebsdauer, der Füllmenge und dem jeweiligen Zubereitungsprogramm ab“, betont Christian Kästl.
Sicherheit und geprüfte Qualität
Orientierung beim Kauf können unabhängige Prüfzeichen bieten. So prüft und zertifiziert TÜV SÜD beispielsweise auch elektrische Küchenkleingeräte wie Heißluftfritteusen. Das freiwillige GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ bestätigt unter anderem, dass ein verwendungsfertiges Produkt die Anforderungen des deutschen Produktsicherheitsgesetzes erfüllt. Unabhängig vom Prüfzeichen gilt: Die Sicherheit hängt auch von der richtigen Nutzung ab. Die Bedienungsanleitung sollte deshalb vor der ersten Inbetriebnahme gelesen und die dort genannten Hinweise zu Aufstellung, Füllmenge, Reinigung und Betrieb beachtet werden.
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