Staufen, 07.09.2026 (lifePR) – Vom 6. bis 9. Mai 2027 wird Donaueschingen zum Treffpunkt der internationalen Blasmusikjugend. Rund 2.000 junge Musikerinnen und Musiker werden zum 10. Internationalen Jugendkapellentreffen (IJKT) erwartet. Im Interview mit Martina Faller erklärt Susanne Bader, Bildungsreferentin der BDB-Bläserjugend, was die Strahlkraft des Festivals ausmacht, welche Neuerungen die Jubiläumsveranstaltung bereithält und weshalb sich Jugendorchester jetzt noch anmelden sollten.
Das Internationale Jugendkapellentreffen feiert 2027 seine zehnte Auflage. Was macht das IJKT so besonders?
Bader: Das Internationale Jugendkapellentreffen verbindet auf einzigartige Weise musikalische Qualität mit internationaler Begegnung. Vier Tage lang treffen junge Musikerinnen und Musiker aus vielen Ländern zusammen, musizieren miteinander, lernen sich kennen und knüpfen Freundschaften. Genau diese Mischung macht das IJKT seit vielen Jahren so besonders. Musik wird hier zur gemeinsamen Sprache – unabhängig von Herkunft oder Nationalität.
Was erwartet die Teilnehmenden in Donaueschingen?
Bader: Ein unglaublich vielfältiges Festival. Es gibt hochklassige Wettbewerbe und Wertungsspiele, Hallen-und Open-Air-Konzerte, Workshops, gemeinsame Aktionen und natürlich unsere beliebten „meet & beat“-Abende, bei denen das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt steht. Hinzu kommen zahlreiche Platzkonzerte in der Innenstadt und als besonderes Highlight ein großer gemeinsamer Flashmob aller teilnehmenden Orchester. Donaueschingen wird vier Tage lang zur klingenden Musikstadt.
Warum fiel die Wahl auf Donaueschingen?
Bader: Donaueschingen ist eine Stadt mit einer außergewöhnlichen Musiktradition. Die Donauhallen bieten mit ihren drei Konzertsälen ideale Bedingungen für Wettbewerbe und Konzerte. Gleichzeitig ist die Stadt durch ihre Musikgeschichte und ihre kulturelle Vielfalt ein perfekter Gastgeber für ein internationales Festival dieser Größenordnung. Die kurzen Wege ermöglichen eine zentrale Festivalatmosphäre und schaffen ideale Voraussetzungen für Begegnungen.
Das IJKT bietet unterschiedliche Wettbewerbs-und Wertungsformate. Für wen ist das Festival gedacht?
Bader: Eigentlich für alle. Jugendblasorchester aller Leistungsstufen finden passende Angebote – vom pädagogisch ausgerichteten Wertungsspiel bis hin zum internationalen CISM-Wettbewerb für ambitionierte Jugendorchester. Hinzu kommen Wettbewerbe für Bläserklassen sowie Wertungsspiele für Bläser- und Schlagwerkensembles. Uns ist wichtig, dass jedes Ensemble unabhängig von seinem Leistungsstand eine passende Möglichkeit findet, dabei zu sein.
Der internationale CISM-Jugendorchesterwettbewerb zählt zu den Höhepunkten des Festivals. Was zeichnet ihn aus?
Bader: Der CISM-Wettbewerb richtet sich an leistungsstarke Jugendorchester der Kategorien 3 bis 5 und ist, wie ich finde, aus verschiedenen Gründen reiz- voll. Ein Wettbewerb bietet ja immer die Möglichkeit, sich bei der Erarbeitung ausgewählter Pflichtstücke als Orchester weiterzuentwickeln und wertvolle musikalische Erfahrungen zu sammeln. Mit Werken von Thomas Doss, Ed Huckeby, Philip Sparke, Alexandre Kosmicki, Andrew Noah Cap und Georges Sadeler haben wir ein sehr spannendes Repertoire an Pflichtstücken erstellt. Wo sonst haben Jugendorchester die Chance, sich mit hervorragenden Orchestern aus anderen Ländern zu messen? Nicht zuletzt winken attraktive Preisgelder sowie der begehrte CISM-DIAMANT für die jeweiligen Sieger.
Gerade für den CISM-Wettbewerb wünschen sich die BDB-Bläserjugend noch viele weitere Anmeldungen. Gibt es hierzu eine besondere Idee?
Bader: Ja. Viele Kommunen und Musikvereine pflegen seit Jahren Partnerschaften mit Gemeinden oder Vereinen im europäischen Ausland. Genau diese Verbindungen könnten jetzt neu mit Leben gefüllt werden. Warum nicht gemeinsam mit dem Jugendorchester der Partnergemeinde nach Donaueschingen kommen? Das IJKT bietet die ideale Gelegenheit, bestehende Partnerschaften auf die nächste Generation zu übertragen und den europäischen Gedanken ganz praktisch zu leben. Junge Menschen erleben dabei nicht nur großartige Musik, sondern auch internationale Freundschaften.
Auch für den Wettbewerb der Bläserklassen werden noch Teilnehmer gesucht.
Bader: Das stimmt, gerade hier würden wir uns besonders über zahlreiche Anmeldungen freuen. Bläserklassen leisten eine herausragende Nachwuchsarbeit und verdienen eine große Bühne. Der Wettbewerb ist bewusst pädagogisch ausgerichtet und verbindet musikalisches Erlebnis mit konstruktivem Feedback durch erfahrene Jurorinnen und Juroren. Gleichzeitig können die Schülerinnen und Schüler erleben, Teil eines internationalen Musikfestivals zu sein – das motiviert enorm.
blog: Die Wertungsspiele stehen ebenfalls im Zeichen der musikalischen Weiterentwicklung.
Susanne: Ganz genau. Anders als ein klassischer Wettbewerb liegt der Schwerpunkt hier auf der individuellen Förderung. Nach jedem Vortrag findet ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Jurymitglied statt. Die Ensembles erhalten konkrete Anregungen für ihre weitere musikalische Entwicklung. Viele Orchester schätzen dieses Coachingformat sehr, weil sie wertvolle Impulse für ihre Probenarbeit mit nach Hause nehmen.
Neu sind auch die IJKT-Botschafterinnen und Botschafter.
Bader: Ja, darüber freuen wir uns sehr. Mit Alexander Wurz für Deutschland, Gerhard Füßl aus Österreich, Felice Civitareale aus Luxemburg, Norbert Rabanser aus Südtirol sowie Stefanie Hänni aus der Schweiz und Marc Godfroid aus Belgien konnten wir schon sechs herausragende Persönlichkeiten gewinnen, die in ihren Ländern als Botschafter für das IJKT auftreten. Sie stehen für musikalische Exzellenz, internationale Freundschaft und die verbindende Kraft der Blasmusik und tragen unsere Idee weit über Deutschland hinaus. Mehr noch: Wir erhoffen uns von ihnen ganz konkret, dass sie Jugendblasorchester aus ihren Ländern zum IJKT entsenden und so die Internationalität des Festivals weiter stärken und bereichern.
Was wünschst Du Dir für die Teilnehmenden? Was sollen sie im Gepäck haben, wenn sie nach vier Tagen wieder nach Hause fahren?
Bader: Natürlich unvergessliche musikalische Erlebnisse. Aber vor allem wünsche ich mir, dass sie neue Freundschaften geschlossen, andere Kulturen kennengelernt und viele Ideen für ihre eigene musikalische Arbeit mitgenommen haben. Wenn aus einem gemeinsamen Konzert oder einer Begegnung dauerhafte Kontakte entstehen, dann hat das IJKT sein wichtigstes Ziel erreicht.
Wie lautet Ihr persönlicher Aufruf an alle Jugendorchester?
Susanne: Wer noch überlegt, sollte die Chance jetzt nutzen. Das Internationale Jugendkapellentreffen ist eine Erfahrung, die man so nur selten macht. Ob Wettbewerb, Wertungsspiel oder einfach das gemeinsame Festivalerlebnis – Donaueschingen wird im Mai 2027 zum europäischen Zentrum der Blasmusikjugend. Wir freuen uns auf viele weitere Anmeldungen und darauf, gemeinsam ein unvergessliches Jubiläumsfestival zu feiern.
Info: Das Internationale Jugendkapellentreffen (IJKT) findet vom 6. bis 9. Mai 2027 in Donaueschingen statt.
Anmeldeschluss für das IJKT ist der 30. September 2026. Besonders für den internationalen CISM-Jugendorchesterwettbewerb sowie den Bläserklassenwettbewerb sind noch Anmeldungen möglich. Weitere Infos unter www.ijkt.de.