von Pressebox | Okt. 5, 2026 | Consumer-Electronics
Bietigheim-Bissingen, 05.10.2026 (PresseBox) – Mit der dunklen Jahreszeit beginnt die Zeit, in der Einbrecher unbeobachtet arbeiten können. Das Hessische Landeskriminalamt hat am 20. August 2026 die Bilanz seiner Sommerkampagne gegen Wohnungseinbruch vorgelegt. Laut dieser Bilanz registrierte die hessische Polizei im Jahr 2025 insgesamt 6.777 Fälle, 910 mehr als im Jahr 2024 und ein Plus von 15,5 Prozent. 43 Prozent dieser Taten blieben im Versuchsstadium. Wer Türen, Fenster und Meldetechnik als Ganzes plant, findet dazu Kriterien für die Zusammenstellung einer vernetzten Sicherheitsanlage.
Was die Sommerkampagne der hessischen Polizei zwischen Juni und August 2026 ergeben hat
Die Kampagne lief vom 29. Juni bis zum 7. August 2026 und setzte auf Kontrolle und Beratung zugleich. Nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamts führten die Polizeipräsidien in diesen Wochen landesweit 470 Einsätze mit rund 1.440 Einsatzkräften durch. Dazu kamen 6.047 Personen- und Fahrzeugkontrollen, 122 Durchsuchungen, 22 Sicherstellungen und 28 Platzverweise.
Ein Schwerpunkt lag laut dem Landeskriminalamt auf den Bundesautobahnen und überregionalen Reisewegen. Bei Kontrollen von An- und Verkaufsgeschäften stellten die Beamten unter anderem eine hochwertige Uhr sicher, die einem Wohnungseinbruch zugeordnet werden konnte, dazu Elektronik, Schmuck und Fahrräder.
Die Beratung erreichte Hunderte Haushalte. Nach Angaben des Landeskriminalamts führten die Fachberaterinnen und Fachberater der kriminalpolizeilichen Prävention 63 Präventionsstreifen und 56 individuelle Beratungen durch; hinzu kamen sieben Informationsstände und fünf Vorträge. Insgesamt zählte die Polizei 782 Bürgergespräche zum Thema Einbruch.
Warum fast jede zweite Tat am Widerstand von Tür und Fenster endet
Der Versuchsanteil ist der Wert, der den Nutzen von Sicherungstechnik beschreibt. Laut dem Hessischen Landeskriminalamt blieben 43 Prozent der 6.777 im Jahr 2025 registrierten Fälle im Versuchsstadium – die Täter kamen also nicht in die Wohnung. Im Zehnjahresvergleich hat sich die Zahl der erfassten Wohnungseinbrüche in Hessen nach Angaben des Landeskriminalamts beinahe halbiert: Im Jahr 2015 waren es 11.595 Fälle.
Andere Länder melden dieselbe Richtung. Laut dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, das seine Kriminalstatistik für 2025 am 9. März 2026 vorgestellt hat, stieg die Zahl der Fälle dort auf 2.936, ein Plus von 310 gegenüber dem Vorjahr. Vor zehn Jahren wurden in Rheinland-Pfalz nach derselben Mitteilung noch mehr als doppelt so viele Fälle registriert.
„Ein Einbruch, der im Versuch endet, ist ein Erfolg der Tür und des Fensters, nicht der Kamera. Elektronik meldet, was passiert – die Mechanik entscheidet, ob es passiert. Wer nur eines von beidem kauft, sollte mit dem Rahmen anfangen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Ein Öffnungsmelder am Fenster ergänzt den mechanischen Schutz um eine Meldung an das Smartphone oder die Zentrale. Welche Bauarten es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt ein Vergleich von Öffnungsmeldern für Fenster und Türen.
Wie die Polizei seit 2012 mit Herstellern und Versicherern für Einbruchschutz wirbt
Die Beratung der Polizei ist produktneutral und kostenfrei. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wurde die bundesweite Öffentlichkeitskampagne K-EINBRUCH im Jahr 2012 gemeinsam mit Partnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen gestartet. Die Kampagne führt die gestiegene Zahl der Einbruchsversuche auf verbesserte Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich zurück.
Die hessische Polizei nutzt für ihre Einsätze inzwischen Analyse- und Geoinformationssysteme. Laut dem Landeskriminalamt rufen die Einsatzkräfte über eigene Anwendungen aktuelle Erkenntnisse zu Wohnungseinbrüchen ab, erkennen Tatserien und steuern Maßnahmen auf Schwerpunkträume. Das Landeskriminalamt nennt außerdem Hinweise aus der Bevölkerung als wichtigen Baustein, um verdächtige Personen früh zu erkennen.
Welche Termine und Angebote im Oktober 2026 anstehen
Der Oktober ist der Monat, in dem die Polizei das Thema bundesweit auf die Straße bringt. Der Tag des Einbruchschutzes findet nach Angaben der Kampagne K-EINBRUCH jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet; im Jahr 2026 ist das der 25. Oktober.
Das Landeskriminalamt Hessen und die Kampagne nennen vier Anlaufstellen und Termine:
- Der Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober 2026 steht unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“.
- Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Länder beraten kostenfrei zu Türen, Fenstern, Rollläden und Alarmanlagen.
- Die Kampagne K-EINBRUCH bietet auf ihrer Internetseite ein interaktives Haus mit Sicherungstipps und eine Suche nach Beratungsstellen und Fachbetrieben.
- In Hessen setzt die Polizei nach Angaben des Landeskriminalamts die Präventionsstreifen und individuellen Beratungen aus der Sommerkampagne fort.
Nach Angaben des Landeskriminalamts wurde in Hessen bereits ab dem Jahr 2022 eine Zunahme der zuvor sehr geringen Fallzahlen festgestellt – mit dem Ende der Pandemiemaßnahmen, mehr Tatgelegenheiten und einer größeren Zahl reisender Täter.
Wann die Zahlen für das Jahr 2026 vorliegen
Die Fallzahlen des Jahres 2026 erscheinen mit den Kriminalstatistiken der Länder im Frühjahr 2027; Rheinland-Pfalz hatte seine Statistik für 2025 am 9. März 2026 vorgestellt. Bis dahin bleibt die Bilanz des Hessischen Landeskriminalamts vom 20. August 2026 der jüngste Stand. Laut dieser Bilanz gab es 6.777 Fälle im Jahr 2025, 43 Prozent davon im Versuch, und eine Kampagne mit 6.047 Kontrollen im Sommer 2026.
Für die Wochen bis zum 25. Oktober 2026 gilt die Logik der Versuchsquote: Je länger Tür und Fenster standhalten, desto wahrscheinlicher endet eine Tat als Versuch. Die Meldung an das Smartphone ist die zweite Stufe.
von Pressebox | Okt. 5, 2026 | Musik
Essen, 05.10.2026 (lifePR) – Velvet Quartet
Ezgi Su Apaydin Violine
Laura Muskare Violine
Patricia Gómez Carretero Viola
Frederik Winterson Violoncello
Vom 05. bis zum 09. Oktober 2026 lädt die Philharmonie Essen zum wiederholten Mal zu musikalischen Begegnungen in Essen ein. Innerhalb dieser Woche wird das junge Essener Velvet Quartet in verschiedenen sozialen Einrichtungen auftreten. Im Vordergrund steht dabei die Idee, klassische Musik in höchster Qualität an Orten zu präsentieren, an denen Menschen ansonsten selten ein Live-Konzert erleben können. Dabei gibt es Musik quer durch die Jahrhunderte, von Johann Sebastian Bach bis hin zu Taylor Swift.
Die außergewöhnliche Konzertreihe wird durch die Unterstützung der Kulturstiftung Essen ermöglicht.
Alle Termine unter: https://www.theater-essen.de/aktuelles/philharmonie-vor-ort/
von Pressebox | Okt. 2, 2026 | Consumer-Electronics
Bietigheim-Bissingen, 02.10.2026 (PresseBox) – Die Warmwasserbereitung ist nach dem Heizen der zweitgrößte Energieposten eines Haushalts, und ihr Schwerpunkt liegt im Bad. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) hat am 20. April 2026 ihre Anwendungsbilanzen für das Jahr 2024 veröffentlicht. Laut dieser Auswertung entfielen 358,4 Petajoule des Endenergieverbrauchs privater Haushalte auf warmes Wasser, das sind 15,8 Prozent; ein Petajoule entspricht rund 278 Millionen Kilowattstunden. Auf der Wasserseite hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am 26. Februar 2026 die Verwendung des Trinkwassers im Haushalt für 2025 aufgeschlüsselt. Wie eine Dusche Temperatur und Laufzeit digital regelt, erklärt ein Beitrag über die Funktionsweise einer digital gesteuerten Dusche.
Wohin die Energie in Privathaushalten im Jahr 2024 geflossen ist
Wärme dominiert den Energieverbrauch der Haushalte. Nach Angaben der AGEB lag der Endenergieverbrauch der privaten Haushalte 2024 bei 2.270,3 Petajoule. Davon gingen 66,5 Prozent in die Raumwärme, 15,8 Prozent in warmes Wasser und 6,6 Prozent in sonstige Prozesswärme wie Kochen. Informations- und Kommunikationstechnik kam auf 3,6 Prozent, Beleuchtung auf 1,7 Prozent.
Der Posten für warmes Wasser ist seit 2021 gesunken. Laut der Anwendungsbilanz verbrauchten die Haushalte 2021 noch 405,7 Petajoule für die Warmwasserbereitung, 2024 waren es 358,4 Petajoule. Der Anteil am Gesamtverbrauch blieb dabei mit 15,8 Prozent unverändert, weil der Verbrauch für Raumwärme im selben Zeitraum ebenfalls zurückging.
Wie viel Trinkwasser im Bad verbraucht wird
Das Bad ist der größte Wasserverbraucher im Haushalt. Laut der BDEW-Wasserstatistik vom 26. Februar 2026 lag der Trinkwassergebrauch 2025 bei 122 Litern je Person und Tag, bezogen auf Haushalte und Kleingewerbe. Davon entfielen 36 Prozent auf Baden, Duschen und Körperpflege und 27 Prozent auf die Toilettenspülung. Wäsche waschen kam auf 12 Prozent, Geschirrspülen und Raumreinigung samt Garten auf je 6 Prozent, Essen und Trinken auf 4 Prozent.
Rund zwei Drittel des Trinkwassers fließen damit durch Dusche, Waschbecken und Toilette. Nach Darstellung des BDEW geht der Anteil für Wäsche und Geschirr mit der steigenden Effizienz von Haushaltsgeräten zurück, während die Körperpflege den größten Block bildet. Welche Einsparung Armaturen mit Sensor und Durchflussbegrenzung an Waschbecken bringen, ordnet ein Beitrag über Möglichkeiten und Grenzen sensorgesteuerter Wasserhähne ein.
Welche Energieträger das warme Wasser in Deutschland erzeugen
Gas bleibt die wichtigste Quelle für warmes Wasser. Die AGEB weist den Warmwasserverbrauch über alle Sektoren, also Haushalte, Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, für 2024 mit 417,1 Petajoule aus.
Nach Energieträgern verteilte sich dieser Verbrauch laut der Anwendungsbilanz vom 20. April 2026 wie folgt:
- Gase: 211,5 Petajoule, 50,7 Prozent.
- Mineralöl: 68,2 Petajoule, 16,3 Prozent.
- Strom: 61,6 Petajoule, 14,8 Prozent.
- Erneuerbare Energien: 51,0 Petajoule, 12,2 Prozent.
- Fernwärme: 24,1 Petajoule, 5,8 Prozent.
Der Gasanteil lag laut AGEB 2021 noch bei 54,9 Prozent und ist seither leicht gesunken. Strom hatte nach derselben Bilanz 2014 einen Anteil von 18,2 Prozent, 2024 von 14,8 Prozent; elektrische Durchlauferhitzer und Boiler verlieren damit langsam an Gewicht.
„Beim Heizen kann man im Sommer abschalten, beim warmen Wasser nicht. Deshalb ist die Dusche der Ort, an dem eine Minute weniger jeden Tag des Jahres zählt. Eine Armatur, die Temperatur und Laufzeit anzeigt, macht aus einer Gewohnheit eine Zahl, und Zahlen lassen sich ändern“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie sich der Wassergebrauch je Person seit 1990 entwickelt hat
Der Verbrauch je Kopf ist über drei Jahrzehnte gefallen. Laut der BDEW-Zeitreihe vom 25. Februar 2026 lag der personenbezogene Wassergebrauch 1990 bei 147 Litern je Einwohner und Tag, 2010 bei 121 Litern. In den trockenen Jahren 2018 bis 2020 stieg er wieder an und erreichte 2020 mit 129 Litern ein Zwischenhoch. Für 2025 weist die Zeitreihe vorläufig 123 Liter aus; die Verwendungsgrafik desselben Verbands vom 26. Februar 2026 nennt 122 Liter.
Den Rückgang seit 1990 führt der BDEW auf die Modernisierung der Wasserversorgung in den ostdeutschen Ländern nach der Wiedervereinigung sowie auf wassersparende Haushaltsgeräte und sanitäre Anlagen zurück. Kurzfristige Anstiege erklärt der Verband mit Krisenzeiten: In den Dürrejahren wurde mehr bewässert, während der Pandemie waren mehr Menschen zu Hause.
Was der Beginn der Heizperiode im Oktober 2026 für das Bad bedeutet
Mit dem Oktober 2026 beginnt die Heizperiode, und die Raumwärme überlagert in der Abrechnung den Posten für warmes Wasser. Anders als die Heizung läuft die Warmwasserbereitung das ganze Jahr, sodass ihr Gewicht in den Sommermonaten größer ist als im Jahresdurchschnitt. Wer den Verbrauch im Bad senken will, setzt deshalb an Duschzeit, Wassertemperatur und Durchfluss an, nicht an der Heizkurve.
Die nächsten Vergleichswerte stehen fest. Die AGEB legt ihre Anwendungsbilanz für das Jahr 2025 nach dem bisherigen Rhythmus im Frühjahr 2027 vor; der BDEW hat den Wert für 2025 als vorläufig gekennzeichnet und aktualisiert seine Wasserstatistik jährlich im Frühjahr.
von Pressebox | Okt. 2, 2026 | Consumer-Electronics
Bietigheim-Bissingen, 02.10.2026 (PresseBox) – Cloud-Kameras für das Kinderzimmer hängen an einer Infrastruktur, die Eltern nie zu sehen bekommen. Am 11. Mai 2026 hat der unabhängige Sicherheitsforscher Sammy Azdoufal einen Bericht über fünf Schwachstellen in der Plattform des chinesischen Auftragsherstellers Meari Technology veröffentlicht. Laut diesem Bericht betreibt die Plattform konservativ geschätzt 1,1 Millionen registrierte Geräte in mehr als 118 Ländern, darunter Babyphone-Kameras, Überwachungskameras und Türklingeln. Die Vergabe der Kennungen koordinierte das Sicherheitsunternehmen runZero, das die Befunde am selben Tag in eigenen Advisories veröffentlichte. Welche Fragen Eltern vor dem Kauf eines vernetzten Geräts stellen sollten, bündelt ein Leitfaden zu Sicherheit und Datenschutz bei Babyphonen.
Welche Plattform hinter Hunderten von Kameramarken steckt
Der Hersteller aus Hangzhou verkauft selten unter eigenem Namen. Nach Angaben des Berichts entwickelt Meari Kamera, Firmware, Cloud und App als Gesamtpaket und liefert es an Marken, die ihr eigenes Logo auf die Verpackung setzen. Als hauseigene Verbrauchermarke nennt der Bericht CloudEdge; mehr als 300 Partnermarken nutzen laut Azdoufal dasselbe Backend, darunter Arenti, BOIFUN, PetTec und Luvion.
Die Größenordnung leitet der Forscher aus zwei internen Datenbeständen ab, die er während der Prüfung einsehen konnte. Laut dem Bericht umfasste eine Tabelle mit Gerätestandorten 825.194 Zeilen, eine Lizenztabelle auf dem US-Backend 1.160.795 Zeilen. Für Käufer ist die gemeinsame Basis unsichtbar: Die Verpackung nennt die Marke, nicht die Plattform, mit der die Kamera spricht.
Wie ein kostenloses Nutzerkonto Zugriff auf fremde Geräte eröffnete
Der schwerwiegendste Befund betraf den Nachrichtenkanal zwischen Kamera und App. Die Plattform nutzt dafür das Nachrichtenprotokoll für vernetzte Geräte (MQTT), bei dem ein zentraler Vermittler Meldungen an Abonnenten verteilt. Nach Angaben von runZero fehlte diesem Vermittler eine Zugriffskontrolle je Gerät: Jedes Konto mit niedrigen Rechten konnte ein Platzhalter-Thema abonnieren und erhielt daraufhin Meldungen von Geräten, die ihm nicht gehörten.
Die Menge war messbar. Laut dem Bericht vom 11. Mai 2026 lieferte ein einzelner regionaler Vermittler in fünf Minuten 14.204 Meldungen von 2.117 verschiedenen Geräten, mit Länderkennungen aus über 85 Staaten. Enthalten waren Bewegungsalarme mit Bildadressen, Einrichtungsereignisse mit Nutzerkonten und Freigabeereignisse mit Zugangsschlüsseln. Ein Passwort auf dem eigenen Konto schützte davor nicht, weil der Vermittler die Meldungen an jeden Abonnenten weitergab.
Eine zweite Lücke ergänzte die erste. Nach Angaben von runZero gab eine Programmierschnittstelle zu jeder Seriennummer die öffentliche Internetprotokoll-Adresse (IP) des Geräts heraus, ohne dass ein Nutzerkonto nötig war. Damit ließen sich Kamerastandorte bis auf Stadtebene zuordnen; der Bericht nennt 13.734 so aufgelöste Geräte. Wer ein Babyphone ohne Cloud-Anbindung sucht, findet in einem Beitrag über Babyphone-Modelle mit Frequenzsprungverfahren (FHSS) statt App-Anbindung die technischen Unterschiede.
Warum Bewegungsbilder aus dem Kinderzimmer dauerhaft abrufbar blieben
Die Bilder der Bewegungsalarme lagen offen. Laut dem Bericht lud die Plattform Schnappschüsse in öffentliche Speicherbereiche eines Cloud-Anbieters, ohne Signatur, ohne Zugangstoken und ohne Ablaufdatum. Die Adresse jedes Bildes stand im Klartext in der Meldung, die jeder Abonnent mitlesen konnte. Eine 72 Sekunden lange Aufzeichnung ergab nach Angaben des Forschers 51 Bildadressen von 29 Kameras; eine interne Tabelle listete 39.514 unverschlüsselte Alarmbilder von 9.809 Geräten.
Bei den Babyphone-Modellen kam eine vermeintliche Verschlüsselung hinzu. Laut dem Bericht waren bei diesen Geräten nur die ersten 1.024 Bytes jedes Bildes mit einem Schlüssel verrechnet, der sich aus der Seriennummer ableiten ließ. Die Seriennummer stand in derselben Meldung wie die Bildadresse. Nach Angaben von runZero steckten zudem in jeder App der Plattform dieselben festen kryptografischen Schlüssel, die sich ohne Neuinstallation der Firmware auf allen Geräten nicht austauschen lassen.
„Eine Kamera im Kinderzimmer ist ein Versprechen, dass nur die Eltern hinsehen. Dieses Versprechen wird nicht auf der Verpackung gehalten, sondern auf einem Server, dessen Namen die Käufer nie gehört haben. Wer die Marke wechselt, wechselt hier nicht die Plattform, und genau das macht den Fall größer als jeden einzelnen Hersteller“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie die Schwachstellen bewertet und mit dem Hersteller abgestimmt wurden
Die Befunde tragen amtliche Kennungen. Jede Lücke erhielt eine Nummer im internationalen Verzeichnis für Sicherheitslücken Common Vulnerabilities and Exposures (CVE) und eine Bewertung nach dem Common Vulnerability Scoring System (CVSS), einer Skala von null bis zehn. Nach Angaben von runZero wurde der Fall am 3. April 2026 zudem unter der Vorgangsnummer 579666 bei der US-Behörde für Cybersicherheit (CISA) zur Nachverfolgung angelegt.
Fünf Schwachstellen listen der Bericht des Forschers und die Advisories von runZero vom 11. Mai 2026 mit ihrer jeweiligen CVSS-Bewertung auf:
- CVE-2026-33356: fehlende Zugriffskontrolle je Gerät im Nachrichtenkanal, Bewertung 7,7.
- CVE-2026-33357: Herausgabe der IP-Adresse zu jeder Seriennummer über eine Schnittstelle, Bewertung 7,5.
- CVE-2026-33359: Alarmbilder ohne Zugriffsschutz und ohne Ablaufdatum im Cloud-Speicher, Bewertung 7,5.
- CVE-2026-33361: schwache Verschleierung der Babyphone-Bilder, Bewertung 7,5.
- CVE-2026-33362: fest hinterlegte kryptografische Schlüssel in den Apps, Bewertung 8,6.
Der Ablauf zog sich über Wochen. Laut dem Bericht begann die Prüfung am 2. März 2026; der Hersteller antwortete auf Kontaktversuche erstmals am 11. März 2026. Eine Vereinbarung über die Offenlegung wurde nach Angaben des Forschers am 28. April 2026 unterzeichnet, die Veröffentlichung folgte am 11. Mai 2026. Zwei ursprünglich gemeldete Befunde strich der Forscher nach einer erneuten Prüfung aus dem Bericht, weil sie sich nicht mehr bestätigen ließen.
Was Eltern mit einer vernetzten Kamera im Herbst 2026 prüfen können
Ein Firmware-Update auf der Kamera behebt die zentralen Punkte nicht. Nach Darstellung des Forschers liegen die Lücken im Nachrichtenkanal und im Bildspeicher auf der Plattformseite; nur der Betreiber kann sie dort schließen. Betroffene erkennen die Plattform laut dem Bericht daran, mit welchem Server ihre Kamera-App kommuniziert; die Marke auf der Verpackung ist dafür kein Anhaltspunkt.
Für den Alltag empfiehlt der Bericht, die Kamera vom Strom zu trennen, wenn sie nicht gebraucht wird. Ein Passwort auf dem eigenen Konto verhindert fremde Anmeldungen, nicht aber die Weitergabe von Ereignismeldungen durch den Vermittler. Bereits hochgeladene Alarmbilder lassen sich nach Angaben des Forschers vom Kunden nicht löschen; über die Aufbewahrung entscheidet der Betreiber.
Der Bericht vom Mai 2026 beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Ob und welche Lücken der Hersteller seither auf der Plattform geschlossen hat, ist in den öffentlichen Advisories nicht dokumentiert. Für Eltern bleibt damit im Herbst 2026 die Frage, ob eine Kamera im Kinderzimmer überhaupt eine Cloud braucht, oder ob eine Verbindung ohne Server im Haus genügt.
von Pressebox | Okt. 2, 2026 | Consumer-Electronics
Bietigheim-Bissingen, 02.10.2026 (PresseBox) – Pflegerobotik verlässt in Deutschland zunehmend die Werkstatt und rückt an das Pflegebett heran. Am 1. Juli 2026 hat das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen ein neues Forschungsprojekt bekannt gegeben, das die Daimler und Benz Stiftung mit rund 1,5 Millionen Euro fördert. Laut der Mitteilung soll ein humanoider Roboter Bewegungsabläufe erfahrener Pflegefachpersonen lernen und sie an Auszubildende weitergeben. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und läuft unter dem Titel „Sensorgestützte Erfassung pflegerischen Erfahrungswissens und Vermittlung durch KI-basierte humanoide Robotik“. Wie ein solcher Roboter mechanisch und sensorisch aufgebaut ist, erklärt ein Beitrag über die Technik humanoider Roboter vom Antrieb bis zur Sensorik.
Wie ein Sensornetzwerk das Handwissen von Pflegekräften aufzeichnen soll
Der Ansatz setzt am Körper der Pflegenden an, nicht am Roboter. Nach Angaben des Fraunhofer IIS erfasst ein körpernahes Sensornetzwerk reale Pflegehandlungen direkt an erfahrenen Pflegefachpersonen, etwa beim Aufrichten oder Umlagern eines Patienten. Die gewonnenen Bewegungsdaten werden analysiert, aufbereitet und anschließend auf einen humanoiden Roboter übertragen.
Der wissenschaftliche Leiter Heiko Gaßner vom Fraunhofer IIS und dem Uniklinikum Erlangen unterscheidet in der Mitteilung zwei Formen von Wissen. Die eine ist das gedankliche Wissen aus der Berufserfahrung, die andere das verkörperte Bewegungswissen, das für die Mobilisation pflegebedürftiger Menschen nötig ist. Das zweite lässt sich nach seiner Darstellung nicht sprachlich weitergeben und geht beim Ausscheiden einer Pflegefachperson verloren.
Als Datenbasis dienen laut Fraunhofer IIS digitalisierte Mobilitätseinschätzungen, die Pflegefachpersonen des Uniklinikums Erlangen über die vergangenen zehn Jahre bei stationären Patientinnen und Patienten erhoben haben. Herzstück des Vorhabens ist ein Datensatz pflegerischer Interaktionen, auf den eine künstliche Intelligenz zugreift.
Welche Doppelrolle der Roboter in der Pflegeausbildung übernehmen soll
Der Roboter soll in der Ausbildung zwei Seiten einnehmen. Laut der Projektbeschreibung demonstriert er als Pflegekraft bestimmte Bewegungsabläufe und Techniken. Als Pflegeempfangender simuliert er zugleich realistische Widerstände, wie sie beim Bewegen von Patientinnen und Patienten auftreten. Auszubildende üben damit an einer Maschine, die sowohl vormacht als auch Gegendruck leistet.
Die Motivation ist der Personalmangel. Nach Angaben des Fraunhofer IIS fehlen in Deutschland bis zum Jahr 2050 je nach Schätzung zwischen 280.000 und 690.000 Pflegefachpersonen, weil der Pflegebedarf mit der älter werdenden Bevölkerung steigt. Mit jeder ausscheidenden Fachkraft verschwindet zugleich Wissen, das in keinem Lehrbuch steht.
„Ein Roboter, der Pflegehandgriffe vormacht und Widerstand leistet, ersetzt keine Pflegekraft, aber er konserviert etwas, das bisher mit jeder Pensionierung verschwunden ist. Der eigentliche Wert liegt im Datensatz, nicht in der Maschine. Ob Auszubildende davon profitieren, entscheidet sich erst, wenn der Roboter im Lehrsaal steht und nicht im Labor“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wer an dem Ladenburger Kolleg beteiligt ist und wie lange es läuft
Das Kolleg verteilt die Arbeit auf mehrere Einrichtungen. Die Förderlinie der Daimler und Benz Stiftung sieht laut Fraunhofer IIS vor, dass ein Forschungsthema über einen längeren Zeitraum von mehreren Arbeitsgruppen unter einem wissenschaftlichen Koordinator bearbeitet wird. Zusätzlich sind Partner aus der Pflegebranche eingebunden.
Beteiligt sind nach der Mitteilung vom 1. Juli 2026 vier wissenschaftliche Einrichtungen, die über drei Jahre zusammenarbeiten:
- Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen als Koordinator.
- Uniklinikum Erlangen mit den Mobilitätsdaten aus zehn Jahren stationärer Pflege.
- Universität Erlangen-Nürnberg.
- Frankfurt University of Applied Sciences.
Das Prinzip soll sich nach Darstellung des Instituts auf andere Bereiche übertragen lassen, in denen Erfahrungswissen mit dem Ausscheiden älterer Beschäftigter verloren geht, etwa in der industriellen Produktion, im Handwerk oder in der Landwirtschaft.
Wie die Technische Universität München ihren Assistenzroboter für die Pflege umgebaut hat
Ein zweites Vorhaben des Jahres 2026 zeigt, wie sich Forschungsroboter dem Pflegealltag annähern. Am 22. Januar 2026 hat die Technische Universität München (TUM) die neue Generation ihres Assistenzroboters Garmi bekannt gegeben, entwickelt im Forschungszentrum in Garmisch-Partenkirchen. Laut der Mitteilung der TUM sitzt der Oberkörper des Roboters auf einer kippsicheren fahrbaren Basis mit einer ausfahrbaren Hubsäule, dazu kommen zwei Arme, ein Kopf mit gelegentlich zwinkernden Augen und ein Bildschirm auf Brusthöhe.
Die Sensorik ist auf das Umfeld einer Wohnung ausgelegt. Nach Angaben der TUM nehmen Kameras auf Augenhöhe Bewegungen wahr, ein Lidar auf Beinhöhe hält Abstand zu Gegenständen, und 3D-Kameras sollen künftig die Bewegungen der Arme absichern. Der Roboter versteht laut TUM Sprache, entwickelt eigenständig einen Plan und bringt etwa etwas zu trinken.
Anders als der erste Garmi wurde die neue Generation gezielt für den Pflegekontext entwickelt. Grundlage waren nach Darstellung der TUM mehrere Workshops mit Pflegenden, älteren Menschen, Ärztinnen und Ärzten sowie Robotikforschenden. Gesicht und Bildschirm sind getrennt: Soziale Interaktion läuft über das Gesicht, eine ärztliche Fernuntersuchung über den Bildschirm. Welche Aufgaben Roboter im Alltag heute übernehmen und wo ihre Grenzen liegen, ordnet ein Beitrag über den Nutzen von Robotern für Menschen im Alltag ein.
Wann die Forschungsroboter den Weg in Pflegeeinrichtungen und Haushalte finden
Beide Projekte stehen am Anfang, nicht am Ende. Nach Angaben der TUM wird der neue Garmi im nächsten Schritt sicherheitstechnisch abgesichert, damit ein Einsatz in Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Umfeld von Seniorinnen und Senioren möglich wird. Als weitere Anwendungen nennt die TUM Hilfe beim Aufstehen, die Erinnerung an Medikamente und die Teilhabe am Sozialleben.
Das Erlanger Kolleg liefert seine Ergebnisse nach der Laufzeit von drei Jahren, also im Jahr 2029. Für Haushalte in Deutschland heißt das im Herbst 2026: Roboter, die Pflegehandgriffe beherrschen, entstehen derzeit in Lehrsälen und Forschungszentren, nicht im Handel. Was heute im Wohnzimmer steht, saugt, wischt oder mäht. Die Brücke von dort zum Pflegebett bauen Datensätze aus zehn Jahren Klinikalltag und Workshops mit denen, die später mit den Maschinen arbeiten sollen.