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Cloud-Kameras im Kinderzimmer: Fünf Schwachstellen einer Plattform mit 1,1 Millionen Geräten – Bewegungsbilder lagen ohne Zugriffsschutz im Netz

Bietigheim-Bissingen, 02.10.2026 (PresseBox) – Cloud-Kameras für das Kinderzimmer hängen an einer Infrastruktur, die Eltern nie zu sehen bekommen. Am 11. Mai 2026 hat der unabhängige Sicherheitsforscher Sammy Azdoufal einen Bericht über fünf Schwachstellen in der Plattform des chinesischen Auftragsherstellers Meari Technology veröffentlicht. Laut diesem Bericht betreibt die Plattform konservativ geschätzt 1,1 Millionen registrierte Geräte in mehr als 118 Ländern, darunter Babyphone-Kameras, Überwachungskameras und Türklingeln. Die Vergabe der Kennungen koordinierte das Sicherheitsunternehmen runZero, das die Befunde am selben Tag in eigenen Advisories veröffentlichte. Welche Fragen Eltern vor dem Kauf eines vernetzten Geräts stellen sollten, bündelt ein Leitfaden zu Sicherheit und Datenschutz bei Babyphonen.

Welche Plattform hinter Hunderten von Kameramarken steckt

Der Hersteller aus Hangzhou verkauft selten unter eigenem Namen. Nach Angaben des Berichts entwickelt Meari Kamera, Firmware, Cloud und App als Gesamtpaket und liefert es an Marken, die ihr eigenes Logo auf die Verpackung setzen. Als hauseigene Verbrauchermarke nennt der Bericht CloudEdge; mehr als 300 Partnermarken nutzen laut Azdoufal dasselbe Backend, darunter Arenti, BOIFUN, PetTec und Luvion.

Die Größenordnung leitet der Forscher aus zwei internen Datenbeständen ab, die er während der Prüfung einsehen konnte. Laut dem Bericht umfasste eine Tabelle mit Gerätestandorten 825.194 Zeilen, eine Lizenztabelle auf dem US-Backend 1.160.795 Zeilen. Für Käufer ist die gemeinsame Basis unsichtbar: Die Verpackung nennt die Marke, nicht die Plattform, mit der die Kamera spricht.

Wie ein kostenloses Nutzerkonto Zugriff auf fremde Geräte eröffnete

Der schwerwiegendste Befund betraf den Nachrichtenkanal zwischen Kamera und App. Die Plattform nutzt dafür das Nachrichtenprotokoll für vernetzte Geräte (MQTT), bei dem ein zentraler Vermittler Meldungen an Abonnenten verteilt. Nach Angaben von runZero fehlte diesem Vermittler eine Zugriffskontrolle je Gerät: Jedes Konto mit niedrigen Rechten konnte ein Platzhalter-Thema abonnieren und erhielt daraufhin Meldungen von Geräten, die ihm nicht gehörten.

Die Menge war messbar. Laut dem Bericht vom 11. Mai 2026 lieferte ein einzelner regionaler Vermittler in fünf Minuten 14.204 Meldungen von 2.117 verschiedenen Geräten, mit Länderkennungen aus über 85 Staaten. Enthalten waren Bewegungsalarme mit Bildadressen, Einrichtungsereignisse mit Nutzerkonten und Freigabeereignisse mit Zugangsschlüsseln. Ein Passwort auf dem eigenen Konto schützte davor nicht, weil der Vermittler die Meldungen an jeden Abonnenten weitergab.

Eine zweite Lücke ergänzte die erste. Nach Angaben von runZero gab eine Programmierschnittstelle zu jeder Seriennummer die öffentliche Internetprotokoll-Adresse (IP) des Geräts heraus, ohne dass ein Nutzerkonto nötig war. Damit ließen sich Kamerastandorte bis auf Stadtebene zuordnen; der Bericht nennt 13.734 so aufgelöste Geräte. Wer ein Babyphone ohne Cloud-Anbindung sucht, findet in einem Beitrag über Babyphone-Modelle mit Frequenzsprungverfahren (FHSS) statt App-Anbindung die technischen Unterschiede.

Warum Bewegungsbilder aus dem Kinderzimmer dauerhaft abrufbar blieben

Die Bilder der Bewegungsalarme lagen offen. Laut dem Bericht lud die Plattform Schnappschüsse in öffentliche Speicherbereiche eines Cloud-Anbieters, ohne Signatur, ohne Zugangstoken und ohne Ablaufdatum. Die Adresse jedes Bildes stand im Klartext in der Meldung, die jeder Abonnent mitlesen konnte. Eine 72 Sekunden lange Aufzeichnung ergab nach Angaben des Forschers 51 Bildadressen von 29 Kameras; eine interne Tabelle listete 39.514 unverschlüsselte Alarmbilder von 9.809 Geräten.

Bei den Babyphone-Modellen kam eine vermeintliche Verschlüsselung hinzu. Laut dem Bericht waren bei diesen Geräten nur die ersten 1.024 Bytes jedes Bildes mit einem Schlüssel verrechnet, der sich aus der Seriennummer ableiten ließ. Die Seriennummer stand in derselben Meldung wie die Bildadresse. Nach Angaben von runZero steckten zudem in jeder App der Plattform dieselben festen kryptografischen Schlüssel, die sich ohne Neuinstallation der Firmware auf allen Geräten nicht austauschen lassen.

„Eine Kamera im Kinderzimmer ist ein Versprechen, dass nur die Eltern hinsehen. Dieses Versprechen wird nicht auf der Verpackung gehalten, sondern auf einem Server, dessen Namen die Käufer nie gehört haben. Wer die Marke wechselt, wechselt hier nicht die Plattform, und genau das macht den Fall größer als jeden einzelnen Hersteller“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie die Schwachstellen bewertet und mit dem Hersteller abgestimmt wurden

Die Befunde tragen amtliche Kennungen. Jede Lücke erhielt eine Nummer im internationalen Verzeichnis für Sicherheitslücken Common Vulnerabilities and Exposures (CVE) und eine Bewertung nach dem Common Vulnerability Scoring System (CVSS), einer Skala von null bis zehn. Nach Angaben von runZero wurde der Fall am 3. April 2026 zudem unter der Vorgangsnummer 579666 bei der US-Behörde für Cybersicherheit (CISA) zur Nachverfolgung angelegt.

Fünf Schwachstellen listen der Bericht des Forschers und die Advisories von runZero vom 11. Mai 2026 mit ihrer jeweiligen CVSS-Bewertung auf:

  • CVE-2026-33356: fehlende Zugriffskontrolle je Gerät im Nachrichtenkanal, Bewertung 7,7.
  • CVE-2026-33357: Herausgabe der IP-Adresse zu jeder Seriennummer über eine Schnittstelle, Bewertung 7,5.
  • CVE-2026-33359: Alarmbilder ohne Zugriffsschutz und ohne Ablaufdatum im Cloud-Speicher, Bewertung 7,5.
  • CVE-2026-33361: schwache Verschleierung der Babyphone-Bilder, Bewertung 7,5.
  • CVE-2026-33362: fest hinterlegte kryptografische Schlüssel in den Apps, Bewertung 8,6.

Der Ablauf zog sich über Wochen. Laut dem Bericht begann die Prüfung am 2. März 2026; der Hersteller antwortete auf Kontaktversuche erstmals am 11. März 2026. Eine Vereinbarung über die Offenlegung wurde nach Angaben des Forschers am 28. April 2026 unterzeichnet, die Veröffentlichung folgte am 11. Mai 2026. Zwei ursprünglich gemeldete Befunde strich der Forscher nach einer erneuten Prüfung aus dem Bericht, weil sie sich nicht mehr bestätigen ließen.

Was Eltern mit einer vernetzten Kamera im Herbst 2026 prüfen können

Ein Firmware-Update auf der Kamera behebt die zentralen Punkte nicht. Nach Darstellung des Forschers liegen die Lücken im Nachrichtenkanal und im Bildspeicher auf der Plattformseite; nur der Betreiber kann sie dort schließen. Betroffene erkennen die Plattform laut dem Bericht daran, mit welchem Server ihre Kamera-App kommuniziert; die Marke auf der Verpackung ist dafür kein Anhaltspunkt.

Für den Alltag empfiehlt der Bericht, die Kamera vom Strom zu trennen, wenn sie nicht gebraucht wird. Ein Passwort auf dem eigenen Konto verhindert fremde Anmeldungen, nicht aber die Weitergabe von Ereignismeldungen durch den Vermittler. Bereits hochgeladene Alarmbilder lassen sich nach Angaben des Forschers vom Kunden nicht löschen; über die Aufbewahrung entscheidet der Betreiber.

Der Bericht vom Mai 2026 beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Ob und welche Lücken der Hersteller seither auf der Plattform geschlossen hat, ist in den öffentlichen Advisories nicht dokumentiert. Für Eltern bleibt damit im Herbst 2026 die Frage, ob eine Kamera im Kinderzimmer überhaupt eine Cloud braucht, oder ob eine Verbindung ohne Server im Haus genügt.

Pflegerobotik: Forschungsverbund überträgt Bewegungswissen erfahrener Pflegekräfte auf einen humanoiden Roboter – 1,5 Millionen Euro für drei Jahre

Bietigheim-Bissingen, 02.10.2026 (PresseBox) – Pflegerobotik verlässt in Deutschland zunehmend die Werkstatt und rückt an das Pflegebett heran. Am 1. Juli 2026 hat das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen ein neues Forschungsprojekt bekannt gegeben, das die Daimler und Benz Stiftung mit rund 1,5 Millionen Euro fördert. Laut der Mitteilung soll ein humanoider Roboter Bewegungsabläufe erfahrener Pflegefachpersonen lernen und sie an Auszubildende weitergeben. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und läuft unter dem Titel „Sensorgestützte Erfassung pflegerischen Erfahrungswissens und Vermittlung durch KI-basierte humanoide Robotik“. Wie ein solcher Roboter mechanisch und sensorisch aufgebaut ist, erklärt ein Beitrag über die Technik humanoider Roboter vom Antrieb bis zur Sensorik.

Wie ein Sensornetzwerk das Handwissen von Pflegekräften aufzeichnen soll

Der Ansatz setzt am Körper der Pflegenden an, nicht am Roboter. Nach Angaben des Fraunhofer IIS erfasst ein körpernahes Sensornetzwerk reale Pflegehandlungen direkt an erfahrenen Pflegefachpersonen, etwa beim Aufrichten oder Umlagern eines Patienten. Die gewonnenen Bewegungsdaten werden analysiert, aufbereitet und anschließend auf einen humanoiden Roboter übertragen.

Der wissenschaftliche Leiter Heiko Gaßner vom Fraunhofer IIS und dem Uniklinikum Erlangen unterscheidet in der Mitteilung zwei Formen von Wissen. Die eine ist das gedankliche Wissen aus der Berufserfahrung, die andere das verkörperte Bewegungswissen, das für die Mobilisation pflegebedürftiger Menschen nötig ist. Das zweite lässt sich nach seiner Darstellung nicht sprachlich weitergeben und geht beim Ausscheiden einer Pflegefachperson verloren.

Als Datenbasis dienen laut Fraunhofer IIS digitalisierte Mobilitätseinschätzungen, die Pflegefachpersonen des Uniklinikums Erlangen über die vergangenen zehn Jahre bei stationären Patientinnen und Patienten erhoben haben. Herzstück des Vorhabens ist ein Datensatz pflegerischer Interaktionen, auf den eine künstliche Intelligenz zugreift.

Welche Doppelrolle der Roboter in der Pflegeausbildung übernehmen soll

Der Roboter soll in der Ausbildung zwei Seiten einnehmen. Laut der Projektbeschreibung demonstriert er als Pflegekraft bestimmte Bewegungsabläufe und Techniken. Als Pflegeempfangender simuliert er zugleich realistische Widerstände, wie sie beim Bewegen von Patientinnen und Patienten auftreten. Auszubildende üben damit an einer Maschine, die sowohl vormacht als auch Gegendruck leistet.

Die Motivation ist der Personalmangel. Nach Angaben des Fraunhofer IIS fehlen in Deutschland bis zum Jahr 2050 je nach Schätzung zwischen 280.000 und 690.000 Pflegefachpersonen, weil der Pflegebedarf mit der älter werdenden Bevölkerung steigt. Mit jeder ausscheidenden Fachkraft verschwindet zugleich Wissen, das in keinem Lehrbuch steht.

„Ein Roboter, der Pflegehandgriffe vormacht und Widerstand leistet, ersetzt keine Pflegekraft, aber er konserviert etwas, das bisher mit jeder Pensionierung verschwunden ist. Der eigentliche Wert liegt im Datensatz, nicht in der Maschine. Ob Auszubildende davon profitieren, entscheidet sich erst, wenn der Roboter im Lehrsaal steht und nicht im Labor“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wer an dem Ladenburger Kolleg beteiligt ist und wie lange es läuft

Das Kolleg verteilt die Arbeit auf mehrere Einrichtungen. Die Förderlinie der Daimler und Benz Stiftung sieht laut Fraunhofer IIS vor, dass ein Forschungsthema über einen längeren Zeitraum von mehreren Arbeitsgruppen unter einem wissenschaftlichen Koordinator bearbeitet wird. Zusätzlich sind Partner aus der Pflegebranche eingebunden.

Beteiligt sind nach der Mitteilung vom 1. Juli 2026 vier wissenschaftliche Einrichtungen, die über drei Jahre zusammenarbeiten:

  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen als Koordinator.
  • Uniklinikum Erlangen mit den Mobilitätsdaten aus zehn Jahren stationärer Pflege.
  • Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Frankfurt University of Applied Sciences.

Das Prinzip soll sich nach Darstellung des Instituts auf andere Bereiche übertragen lassen, in denen Erfahrungswissen mit dem Ausscheiden älterer Beschäftigter verloren geht, etwa in der industriellen Produktion, im Handwerk oder in der Landwirtschaft.

Wie die Technische Universität München ihren Assistenzroboter für die Pflege umgebaut hat

Ein zweites Vorhaben des Jahres 2026 zeigt, wie sich Forschungsroboter dem Pflegealltag annähern. Am 22. Januar 2026 hat die Technische Universität München (TUM) die neue Generation ihres Assistenzroboters Garmi bekannt gegeben, entwickelt im Forschungszentrum in Garmisch-Partenkirchen. Laut der Mitteilung der TUM sitzt der Oberkörper des Roboters auf einer kippsicheren fahrbaren Basis mit einer ausfahrbaren Hubsäule, dazu kommen zwei Arme, ein Kopf mit gelegentlich zwinkernden Augen und ein Bildschirm auf Brusthöhe.

Die Sensorik ist auf das Umfeld einer Wohnung ausgelegt. Nach Angaben der TUM nehmen Kameras auf Augenhöhe Bewegungen wahr, ein Lidar auf Beinhöhe hält Abstand zu Gegenständen, und 3D-Kameras sollen künftig die Bewegungen der Arme absichern. Der Roboter versteht laut TUM Sprache, entwickelt eigenständig einen Plan und bringt etwa etwas zu trinken.

Anders als der erste Garmi wurde die neue Generation gezielt für den Pflegekontext entwickelt. Grundlage waren nach Darstellung der TUM mehrere Workshops mit Pflegenden, älteren Menschen, Ärztinnen und Ärzten sowie Robotikforschenden. Gesicht und Bildschirm sind getrennt: Soziale Interaktion läuft über das Gesicht, eine ärztliche Fernuntersuchung über den Bildschirm. Welche Aufgaben Roboter im Alltag heute übernehmen und wo ihre Grenzen liegen, ordnet ein Beitrag über den Nutzen von Robotern für Menschen im Alltag ein.

Wann die Forschungsroboter den Weg in Pflegeeinrichtungen und Haushalte finden

Beide Projekte stehen am Anfang, nicht am Ende. Nach Angaben der TUM wird der neue Garmi im nächsten Schritt sicherheitstechnisch abgesichert, damit ein Einsatz in Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Umfeld von Seniorinnen und Senioren möglich wird. Als weitere Anwendungen nennt die TUM Hilfe beim Aufstehen, die Erinnerung an Medikamente und die Teilhabe am Sozialleben.

Das Erlanger Kolleg liefert seine Ergebnisse nach der Laufzeit von drei Jahren, also im Jahr 2029. Für Haushalte in Deutschland heißt das im Herbst 2026: Roboter, die Pflegehandgriffe beherrschen, entstehen derzeit in Lehrsälen und Forschungszentren, nicht im Handel. Was heute im Wohnzimmer steht, saugt, wischt oder mäht. Die Brücke von dort zum Pflegebett bauen Datensätze aus zehn Jahren Klinikalltag und Workshops mit denen, die später mit den Maschinen arbeiten sollen.

Multiroom-Audio: Sonos steigert den Umsatz im dritten Geschäftsquartal 2026 um 9 Prozent auf 375 Millionen US-Dollar, in Europa um 17 Prozent

Bietigheim-Bissingen, 01.10.2026 (PresseBox) – Multiroom-Audio, also die Beschallung mehrerer Räume aus einem vernetzten System, verkauft sich wieder besser. Der Hersteller Sonos aus Santa Barbara hat am 29. Juli 2026 seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt, das am 27. Juni 2026 endete. Laut diesem Bericht stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,8 Prozent auf 375,3 Millionen US-Dollar, nach einem Zuwachs von nur 2 Prozent im ersten Geschäftshalbjahr. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika legte der Umsatz um 17,4 Prozent auf 114,2 Millionen US-Dollar zu – das zweitschnellste Wachstum aller Regionen. Wer mehrere Räume mit einem System beschallen will, steht vor Fragen zu Verkabelung, Funk und Lautsprecherzahl – die Grundlagen für Surround-Systeme in mehreren Räumen fasst ein Beitrag zusammen.

Woran sich die Trendwende bei Sonos im Sommer 2026 festmacht

Das Unternehmen wächst zum ersten Mal seit längerem bei Umsatz, Marge und Ergebnis zugleich. Nach Angaben von Sonos stieg das Betriebsergebnis im dritten Quartal 2026 auf 31,5 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 2,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn lag bei 29,9 Millionen US-Dollar gegenüber einem Verlust von 3,4 Millionen US-Dollar; darin enthalten sind laut Bericht 23,2 Millionen US-Dollar aus zurückerstatteten Einfuhrzöllen.

Die Stückzahlen stiegen stärker als der Umsatz. Laut dem Quartalsbericht verkaufte Sonos zwischen April und Juni 2026 rund 1,27 Millionen Geräte, nach 1,08 Millionen im Vorjahresquartal – ein Plus von 17 Prozent. Über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres wuchs der Umsatz um 4,1 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Vorstandschef Tom Conrad führt die Entwicklung im Bericht auf die Systemstrategie zurück. Das Unternehmen sei in den vergangenen 18 Monaten schlanker geworden und konzentriere sich auf das Kerngeschäft mit vernetzten Geräten, die sich mit jedem weiteren Raum ergänzen. Die Steuerungssoftware läuft nach Angaben von Sonos inzwischen zuverlässiger als in früheren Jahren.

Wie sich das Geschäft in Europa gegenüber Amerika und Asien entwickelt hat

Europa liefert das stärkste absolute Wachstum außerhalb des Heimatmarkts. Laut Sonos stieg der Umsatz in der Region Europa, Naher Osten und Afrika im dritten Quartal 2026 um 17,4 Prozent, währungsbereinigt um 14,3 Prozent. Nordamerika und Südamerika wuchsen um 3,8 Prozent auf 238,4 Millionen US-Dollar, der asiatisch-pazifische Raum um 27,2 Prozent auf 22,7 Millionen US-Dollar.

Über neun Monate fällt der Abstand kleiner aus. Nach Angaben des Herstellers legte die Region Europa, Naher Osten und Afrika zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 um 6,4 Prozent auf 386,8 Millionen US-Dollar zu. Währungsbereinigt blieb der Umsatz mit minus 0,3 Prozent nahezu unverändert. Ein Teil des europäischen Zuwachses geht damit auf den schwächeren Dollar zurück.

Sonos beziffert seine Basis auf mehr als 17 Millionen Haushalte in über 60 Ländern. Jeder dieser Haushalte ist ein möglicher Käufer eines weiteren Geräts – ein Umstand, der die Stückzahlen im Quartal stärker steigen lässt als die Zahl neuer Kunden.

Welche Produktgruppen den Zuwachs bei Multiroom-Audio im dritten Quartal tragen

Der Hersteller gliedert seinen Umsatz in drei Gruppen, die sich im Quartal unterschiedlich entwickelten. Zur ersten Gruppe zählt Sonos alle Lautsprecher: Standgeräte, tragbare Modelle, Soundbars samt Subwoofern für den Fernseher und Kopfhörer. Die zweite Gruppe umfasst Komponenten wie Verstärker und Zuspieler, mit denen sich vorhandene Anlagen und kabelgebundene Lautsprecher in das vernetzte System einbinden lassen.

Drei Produktgruppen weist der Quartalsbericht vom 29. Juli 2026 für die Monate April bis Juni aus, jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal:

  • Lautsprecher, Soundbars und Kopfhörer: 285,3 Millionen US-Dollar, plus 12,5 Prozent, 76,0 Prozent des Umsatzes.
  • Systemkomponenten wie Verstärker und Zuspieler: 69,3 Millionen US-Dollar, minus 5,4 Prozent, 18,5 Prozent des Umsatzes.
  • Partnerprodukte und sonstige Erlöse: 20,7 Millionen US-Dollar, plus 15,4 Prozent, 5,5 Prozent des Umsatzes.

Den Zuwachs bei den Lautsprechern führt Sonos auf drei Modelle zurück. Laut dem Bericht trugen die Modelle Era 100 SL (Markteinführung März 2026), Play und die Soundbar Beam das Wachstum. Gebremst hat der Vergleich mit der Soundbar Arc Ultra, die im Vorjahresquartal neu auf den Markt gekommen war, sowie der erwartete Rückgang beim älteren Era 100.

Was der Rückgang bei den Komponenten für bestehende Anlagen bedeutet

Die Komponenten sind das Bindeglied zu älteren Anlagen. Über einen Verstärker oder einen Zuspieler lassen sich Stereoanlagen, Deckenlautsprecher und kabelgebundene Boxen in ein Streaming-System einbinden. Genau dieses Segment gab laut Sonos im dritten Quartal 2026 um 5,4 Prozent nach; über neun Monate lag es mit plus 1,5 Prozent knapp im Plus.

Ein neues Gerät soll das Segment stützen. Nach Angaben des Herstellers wurde im Januar 2026 der Verstärker Amp Multi angekündigt, im März 2026 folgten zwei weitere Lautsprecher. Zugleich nennt Sonos höhere Kosten für Speicherbausteine und Einfuhrzölle als Belastung im abgelaufenen Quartal und rechnet damit, dass die Nachfrage nach Speicherchips die Kosten weiter beeinflusst.

Für Besitzer einer bestehenden Surround-Anlage stellt sich die Frage, welche Teile sich weiterverwenden lassen und wo ein Zuspieler genügt. Welche Bausteine zu einer Anlage gehören und wie sie zusammenspielen, erklärt ein Beitrag über die Bausteine einer Surround-Anlage von der Quelle bis zum Subwoofer.

Wann Sonos die Zahlen für das Gesamtjahr 2026 vorlegt

Das Geschäftsjahr des Herstellers endet am 3. Oktober 2026. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 hatte Sonos am 5. November 2025 veröffentlicht; nach diesem Rhythmus ist der Jahresabschluss 2026 im November 2026 zu erwarten. Bis dahin gilt der Stand vom 29. Juli 2026 mit einem Quartalsumsatz von 375,3 Millionen US-Dollar.

Für den Herbst 2026 zeichnet der Bericht ein klares Bild: Lautsprecher und Soundbars wachsen zweistellig, Komponenten für Altanlagen verlieren, und die Stückzahlen steigen doppelt so schnell wie der Umsatz.

„Ein Lautsprecher allein ist ein Kauf, ein zweiter im Nebenzimmer ist ein System. Wenn die Stückzahlen doppelt so schnell wachsen wie der Umsatz, entsteht das Geschäft bei der Ergänzung und nicht beim Erstkauf. Genau dort entscheidet sich, ob eine Anlage offen für andere Zuspieler bleibt oder an einen Hersteller bindet“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Canon führt KI-basierten Support-Service für Tintenstrahldrucker ein

Krefeld, 01.10.2026 (PresseBox) – Canon erweitert den Support für ausgewählte PIXMA Tintenstrahldrucker um einen neuen kostenlosen Service, der den Gerätestatus kontinuierlich analysiert und Anwender mithilfe KI-basierter Funktionen bei der Einrichtung, Bedienung und Fehlerbehebung unterstützt. Erkennt das System Bedingungen, die sich auf die Druckqualität auswirken könnten, informiert es über die Canon PRINT App und empfiehlt geeignete Maßnahmen.1 ,2 ,3

Fragen zur Einrichtung, Konnektivität oder Bedienung eines Druckers lassen sich nicht immer mit einer allgemeinen Anleitung beantworten. Welche Lösung geeignet ist, hängt häufig vom konkreten Gerät und dessen Nutzungssituation ab. Der neue Service berücksichtigt deshalb Informationen zum jeweiligen Drucker und kann Anwender gezielter bei der Suche nach einer passenden Lösung unterstützen.

Technologische Grundlage ist die Cloud-Plattform Data-driven Service Foundation (DSF) von Canon, die bereits für Bürodrucksysteme eingesetzt wird. Canon überträgt deren Funktionen zur fortlaufenden Analyse des Gerätestatus und proaktiven Unterstützung nun auf ausgewählte Tintenstrahldrucker für den privaten Gebrauch.

Werden Anzeichen erkannt, die die Druckqualität beeinträchtigen könnten, erhalten Anwender über die Canon PRINT App einen entsprechenden Hinweis und eine Empfehlung für geeignete Maßnahmen. Wurde ein Drucker beispielsweise nicht ordnungsgemäß ausgeschaltet und könnte dies Auswirkungen auf die Druckqualität haben, kann der Service darauf aufmerksam machen und einen entsprechenden Handlungsvorschlag geben. Auf diese Weise sollen mögliche Beeinträchtigungen frühzeitig adressiert und eine gleichbleibende Druckqualität unterstützt werden.

KI-basierte Unterstützung mit Advanced Chat

Mit Advanced Chat ergänzt Canon den Service um eine KI-basierte Supportfunktion für PCs und Mobilgeräte. Anwender können über die Canon PRINT App Fragen oder Probleme bei Einrichtung, Bedienung und Drucken in eigenen Worten beschreiben. Die KI fasst relevante Informationen zusammen und stellt darauf basierend passende Hilfestellungen bereit.

Dabei kann Advanced Chat auch Daten des jeweiligen Druckers berücksichtigen, um mögliche Ursachen einzugrenzen und geeignete Lösungswege vorzuschlagen. Anwender erhalten damit eine auf ihre konkrete Situation zugeschnittene Unterstützung und können viele Fragen selbstständig lösen.

Der Service verwendet ein vortrainiertes KI-Modell und verfügt nicht über selbstlernende Funktionen

1Anwender, die sich für den Service „MyPrint With“ registrieren und die Canon PRINT App herunterladen, können den Service kostenlos nutzen. Der Service steht ausschließlich Kunden zur Verfügung, die Original Canon Tintenpatronen verwenden. Weitere Informationen zum Service und zu seiner regionalen Verfügbarkeit finden Sie auf der Canon Website.

2Im DACH-Raum gilt der Service für folgende Modelle der PIXMA-Serie: TS3750i-Serie, TS4150i-Serie, TS6550i, TS7550i, TS7650i und TS7750i. Weitere Informationen zu unterstützten Modellen finden Sie auf der Canon Website.

3Dieser Service verwendet ein vortrainiertes KI-Modell und verfügt über keine selbstlernenden Funktionen.

Refurbished-Smartphones legen 2025 im Absatz um 38 Prozent zu, neue Geräte verlieren 5 Prozent – im ersten Quartal 2026 geht es um 39,4 Prozent weiter

Bietigheim-Bissingen, 01.10.2026 (PresseBox) – Gebrauchte Handys verkaufen sich schneller als neue. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen Nielsen IQ (NIQ) hat am 30. April 2026 seine Auswertung des Marktes für wiederaufbereitete Elektronik vorgelegt. Laut dieser Auswertung stieg der Absatz von Refurbished-Smartphones im Jahr 2025 um 38 Prozent und der Umsatz um 36 Prozent, während der Absatz neuer Smartphones um 5 Prozent zurückging. Im ersten Quartal 2026 legten die Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal um weitere 39,4 Prozent zu. Ob sich ein Gerät aus zweiter Hand im Einzelfall lohnt, hängt von Alter, Akku und Preis ab – eine Rechnung, die der Beitrag wann sich ein wiederaufbereitetes Handy rechnet durchgeht.

Wer wiederaufbereitete Elektronik kauft und welche Geräte gefragt sind

Umwelt- und preisbewusste Käufergruppen treiben den Markt nach Angaben von NIQ an. Der Trend beschränkt sich dabei nicht auf Mobiltelefone: Wiederaufbereitete Smartphones, Tablets, Wearables und Notebooks erzielten 2025 im Vergleich zum Vorjahr Wachstumsraten von jeweils mehr als 30 Prozent in Umsatz und Absatz.

Vier Gerätekategorien weist NIQ für das Jahr 2025 mit Zuwächsen aus, jeweils gegenüber 2024:

  • Smartphones: Absatz plus 38 Prozent, Umsatz plus 36 Prozent; Anteil am Neugerätevolumen von rund 7 auf 10 Prozent gestiegen.
  • Wearables: Absatz plus 53 Prozent, Umsatz plus 49 Prozent; Anteil von 2 auf 3 Prozent.
  • Tablets: Absatz plus 46 Prozent, Umsatz plus 42 Prozent; Anteil von 8 auf 11 Prozent.
  • Notebooks: Absatz plus 45 Prozent, Umsatz plus 31 Prozent; Anteil von 5 auf 6 Prozent.

Bei Smartphones ist der Abstand zum Neugeschäft am größten. Laut NIQ sank der Umsatz mit neuen Geräten 2025 um 3 Prozent, während das Refurbished-Segment um 36 Prozent zulegte. Das Refurbished-Segment entspricht damit rund einem Zehntel des Neugerätevolumens.

Was Käufer für ein gebrauchtes Gerät bezahlen und welche Modelle sie wählen

Gefragt sind vor allem hochwertige Geräte. Nach Angaben von NIQ entfällt rund ein Drittel der 2025 verkauften Refurbished-Smartphones auf aktuelle Modelle oder deren unmittelbare Vorgängergeneration. Im Schnitt liegen wiederaufbereitete Produkte laut derselben Auswertung 15 bis 25 Prozent unter dem Preis vergleichbarer Neugeräte; bei besonders gefragten Modellen fällt der Abstand größer aus.

Mehr als die Hälfte der Nachfrage konzentriert sich auf eine Preisspanne. Laut NIQ machten Geräte zwischen 200 und 400 Euro im Jahr 2025 genau 54 Prozent der verkauften Handys aus zweiter Hand aus, überwiegend ältere Spitzenmodelle. Bei Tablets kehrt sich das Bild um: Der durchschnittliche Verkaufspreis eines wiederaufbereiteten Tablets lag 2025 bei 463 Euro und damit über dem Durchschnittspreis eines Neugeräts von 402 Euro.

Der Handel findet fast ausschließlich im Netz statt. Nach Angaben von NIQ werden 90 Prozent der Refurbished-Käufe über Online-Kanäle abgewickelt; viele Hersteller bereiten ihre eigenen Produkte inzwischen selbst auf und verkaufen sie in ihren Onlineshops. Nur bei Notebooks gewinnt der stationäre Handel: Dort hat sich der Absatz im Laden von 2024 auf 2025 mehr als verdoppelt, der Anteil stieg von 4,5 auf 8 Prozent.

Warum die Nutzungsdauer das Angebot an Gebrauchtgeräten begrenzt

Der Nachschub für den Gebrauchtmarkt kommt aus den Schubladen der Erstkäufer. NIQ nennt die Verfügbarkeit geeigneter Gebrauchtgeräte als zentralen Faktor für die weitere Marktentwicklung: Längere Nutzungszyklen bei Smartphones, Tablets und Laptops reduzieren das Angebot an jüngeren Geräten, die sich besonders gut für eine Wiederaufbereitung eignen.

Wie viele Geräte gar nicht erst in den Kreislauf gelangen, zeigt eine Befragung des Vodafone Instituts. Laut dieser am 10. September 2025 veröffentlichten Erhebung in fünf europäischen Ländern behalten 51 Prozent der Nutzer ihr altes Smartphone nach dem Neukauf, meist als ungenutzte Reserve. Nur 8 Prozent der Geräte werden recycelt oder in Zahlung gegeben. In Deutschland hatte laut derselben Befragung nur jeder Vierte schon einmal ein wiederaufbereitetes Smartphone gekauft, der niedrigste Wert der fünf Länder.

Das Alter der Geräte verteilt sich ungleich über die Generationen. Nach Angaben des Vodafone Instituts liegt der Anteil älterer Smartphones in der Generation Z bei 21 Prozent, bei den Babyboomern bei 42 Prozent. Ältere ersetzen ihr Gerät demnach oft erst, wenn es nicht mehr funktioniert. Ein Gerät, das repariert werden kann, bleibt länger in dieser ersten Nutzung – wie sich das bei einem aktuellen Einsteigermodell darstellt, zeigt der Beitrag wie sich die Reparierbarkeit beim iPhone 17e verändert hat.

Wie sich der Markt für Geräte aus zweiter Hand im Herbst 2026 weiterentwickelt

Das erste Quartal 2026 setzt die Kurve fort. Laut NIQ stieg der Umsatz des gesamten Refurbished-Marktes zwischen Januar und März 2026 um 47,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025; bei Smartphones legte der Absatz um 39,4 Prozent zu. Das Marktforschungsunternehmen erwartet, dass die Nachfrage hoch bleibt, weil Neugeräte teurer werden und die Akzeptanz wiederaufbereiteter Produkte wächst.

Für den Gebrauchtmarkt entsteht daraus ein Engpass auf der Angebotsseite. Je länger ein Erstkäufer sein Gerät nutzt und je häufiger es danach in der Schublade liegt, desto weniger junge Geräte erreichen die Aufbereiter. Genau diese Geräte machen laut NIQ rund ein Drittel der Verkäufe aus.

„Der Engpass beim Refurbishing entsteht nicht an der Kasse, sondern beim Loslassen des alten Handys. Ein Gerät, das drei Jahre in der Schublade liegt, ist für den Gebrauchtmarkt verloren – nicht wegen des Preises, sondern wegen des Alters. Wer sein Altgerät im Herbst 2026 abgibt statt aufbewahrt, entscheidet damit über das Angebot des nächsten Jahres“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Eine neuere Auswertung von NIQ zum Refurbished-Segment liegt bislang nicht vor. Es gilt deshalb der Stand vom 30. April 2026: Das Segment der Handys aus zweiter Hand entspricht rund zehn Prozent des Neugerätevolumens, drei Punkte mehr als ein Jahr zuvor.

connect testet Ladetarife für E-Autos: Der richtige Tarif spart Hunderte Euro pro Jahr

Haar bei München, 01.10.2026 (PresseBox) – Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, sollte keinesfalls nur auf Reichweite, Ladeleistung und die Dichte des öffentlichen Ladenetzes achten. Auch die Wahl des passenden Tarifs wirkt sich spürbar auf die laufenden Kosten aus. Der aktuelle Test der Redaktion connect zeigt: Je nach Fahrprofil können zwischen einem günstigen und einem ungünstigen Angebot über 800 Euro pro Jahr liegen.

Für die Analyse hat die Redaktion gemeinsam mit den E-Mobilitäts-Experten von umlaut, Teil von Accenture, zahlreiche Ladetarife und -angebote untersucht. Die Redaktion berechnete die jährlichen Kosten für drei typische Nutzergruppen: Laternenparker, Durchschnittsfahrer und Vielfahrer. Zusätzlich wurden Ad-hocAngebote für AC- und HPC-Laden bewertet. Die Preise und Konditionen wurden zum Stichtag 18. September 2026 erhoben. Die zentrale Erkenntnis: Den universell besten Ladetarif gibt es nicht. Entscheidend ist, wo, wie oft und mit welcher Ladeleistung ein Elektroauto geladen wird. Ein Tarif, der für einen Vielfahrer besonders günstig ist, muss für einen Nutzer mit eigener Wallbox oder für einen Laternenparker nicht die beste Wahl sein. Neben dem Energiepreis flossen deshalb auch Grundgebühren, einmalige Kosten, Blockiergebühren, Authentifizierungsmöglichkeiten und die Transparenz der Tarifstruktur in die Testbewertung ein.

Aldi Süd gewinnt beim vertragsfreien Laden

Wer gelegentlich an einer fremden Ladesäule laden muss und dafür keinen passenden Vertrag oder die entsprechende Ladekarte besitzt, greift zum Ad-hocLaden. Diese Möglichkeit ist praktisch, sollte aber nach Einschätzung von connect die Ausnahme bleiben. In der Regel ist das direkte Bezahlen mit Bank- oder Kreditkarte, per App oder über eine Website teurer als mit einem passenden Ladetarif.

Beim vertragsfreien Stromzapfen an AC-Säulen teilen sich Aldi Süd, Kaufland und Lidl den Testsieg. Alle drei Anbieter erreichen mit einem Energiepreis von 29 Cent pro Kilowattstunde und ohne zusätzliche Blockiergebühren im Test die Bewertung „überragend“ mit jeweils 1000 Punkten. Aldi Süd bietet rund 1750 AC-Ladepunkte, Kaufland mehr als 340 Filialstandorte und Lidl rund 2400 Ladepunkte an mehr als 700 Filialen. Beim spontanen HPC-Laden liegt Aldi Süd mit 949 Punkten vorn und erhält das Testurteil „sehr gut“. Der Anbieter verlangt 44 Cent pro Kilowattstunde beim DC-Laden und 47 Cent an HPC-Ladepunkten. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen Jet Strom mit 935 Punkten, Lidl mit 891 Punkten und Tesla mit 862 Punkten – jeweils ebenfalls mit dem Testurteil „sehr gut“.

Die großen Schnellladenetze unterscheiden sich massiv, was die Preise angeht. Während Aldi Süd, Jet Strom und Lidl vergleichsweise günstig abschneiden, sind die Angebote von EnBW, Ionity, Aral Pulse, Fastned und anderen Anbietern je nach Ladepunkt teilweise deutlich teurer. Beim Ad-hoc-Laden empfiehlt sich deshalb ein kurzer Preisvergleich unmittelbar vor dem Start des Ladevorgangs.

Laternenparker: Mercedes vor EWE Go

Für Laternenparker ist ein günstiger und verlässlicher Ladetarif besonders wichtig. In der Modellrechnung werden 95 Prozent der benötigten Energie öffentlich geladen. Angenommen wurde ein elektrischer Kleinwagen mit 55-kWh-Batterie, einem Verbrauch von 20 kWh je 100 Kilometer und einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern. Berücksichtigt wurden regelmäßige AC-Ladevorgänge sowie zusätzliche HPC-Ladungen. Der Testsieg geht an Mercedes mit dem Tarif MB.Charge Public L und 873 Punkten. Das Angebot erhält das Urteil „sehr gut“. In der Modellrechnung entstehen Gesamtkosten von 1043 Euro pro Jahr. Der Tarif profitiert von günstigen Ladepreisen im Mercedes-Benz Charging Network und unterstützt sowohl eine kostenlose Ladekarte als auch Plug & Charge.

Rang zwei erreicht EWE Go mit 840 Punkten und dem Urteil „gut“. Das markenunabhängige Angebot verursacht in der Modellrechnung 1164 Euro pro Jahr. E.ON folgt mit dem grundgebührenfreien Tarif Drive Light und 769 Punkten. Hier kostet das Laden für Laternenparker 1140 Euro pro Jahr, etwas schlechtere Serviceangebote führen jedoch zum dritten Platz. Das Angebot ist ebenfalls mit „gut“ bewertet. Die übrigen getesteten Tarife schneiden überwiegend befriedigend ab. Auffällig ist aber der große Abstand von Vattenfall zu den anderen Testteilnehmern: Der Tarif InCharge kommt wegen der variablen und im Vergleich hoher Preise nur auf 334 Punkte und das Testurteil „mangelhaft“. Für diesen Tarif weist die Modellrechnung jährliche Kosten von 1852 Euro aus. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot liegen somit 809 Euro.

Der connect-Test zeigt, dass ein Elektroauto auch ohne eigene Wallbox sinnvoll betrieben werden kann. Für Laternenparker ist die Auswahl des Tarifs besonders relevant, weil sie einen großen Teil der benötigten Energie an öffentlichen Ladepunkten beziehen müssen.

Durchschnittsfahrer: EWE Go an der Spitze

Für den Durchschnittsfahrer wurde ein Mittelklasse-Stromer mit 70-kWh-Batterie und einem Verbrauch von 20 kWh je 100 Kilometer zugrunde gelegt. Die angenommene Jahresfahrleistung beträgt 15.000 Kilometer. 80 Prozent der geladenen Energiemenge werden zuhause, am Arbeitsplatz oder in vergleichbaren Situationen geladen. Öffentlich verbleiben 20 Prozent: fünf Prozent an AC- und 15 Prozent an HPC-Ladepunkten.

In diesem Szenario ist EWE Go der Testsieger. Der Tarif erreicht 940 Punkte und das Urteil „sehr gut“. Mit 372 Euro pro Jahr liegen die berechneten Gesamtkosten niedriger als bei den meisten Wettbewerbern. Zudem punktet EWE Go mit einem breiten Partnernetzwerk und einem transparenten Tarifmodell. E.ON Drive Light folgt mit 850 Punkten und ebenfalls der Note „sehr gut“. Mercedes MB.Charge Public L erreicht 821 Punkte, EnBW mit dem Ladetarif S 810 Punkte. Beide Angebote werden mit „gut“ bewertet. Für EnBW-Energiekunden kann sich die Wahl des hauseigenen Tarifs lohnen, da der Anbieter auf die kWh-Preise einen Rabatt von zehn Prozent gewährt.

Die Kostenunterschiede fallen auch beim Durchschnittsfahrer deutlich aus. Zwischen dem günstigsten Angebot von EWE Go und dem teuersten Tarif im Vergleich, Elli Ionity Ultra, liegen in der Modellrechnung 179 Euro pro Jahr. Der Test macht deutlich, dass sich eine Tarifoptimierung nicht nur für Vielfahrer lohnt. Auch bei überwiegendem Laden zuhause können öffentliche Ladevorgänge relativ teuer werden, wenn der Tarif nicht zum realen Nutzungsverhalten passt.

Vielfahrer sparen besonders viel

Für das Profil „Vielfahrer“ wurde ein Elektrofahrzeug der Premiumklasse mit 100kWh-Batterie und einem Verbrauch von 22 kWh je 100 Kilometer zugrunde gelegt. Die Jahresfahrleistung beträgt 25.000 Kilometer. 60 Prozent der Lademenge werden öffentlich bezogen: 20 Prozent an AC- und 40 Prozent an HPC-Ladepunkten.

In diesem Szenario gewinnt Mercedes. Der Tarif MB.Charge Public M erreicht 880 Punkte und erhält das Urteil „sehr gut“. Die jährlichen Gesamtkosten liegen in der Modellrechnung bei 1790 Euro. Ausschlaggebend sind vor allem die günstigen Ladepreise im Mercedes-Benz Charging Network und die komfortable Unterstützung automatischer Authentifizierungsverfahren. EWE Go folgt mit der Testnote „sehr gut“, 851 Punkten und einem Jahresaufwand von 1987 Euro. Der Porsche Charging Service Plus erreicht 847 Punkte, E.ON Drive More 820 Punkte – beide erzielen die Testnote „gut“. Alle vier Angebote richten sich vor allem an Nutzer, die regelmäßig öffentliche Ladepunkte und Schnellladenetze verwenden.

Die größten Unterschiede zeigen sich beim Vergleich mit den teuersten Angeboten. Für den Tarif eCharge des ADAC (Testurteil: „befriedigend“) errechnet connect bei diesem Fahrprofil jährliche Kosten von 2425 Euro. Gegenüber dem Testsieger ergibt sich eine Differenz von 635 Euro. Hier wird besonders deutlich, wie stark sich Grundgebühren, kWh-Preise und Zusatzkosten bei einer hohen Ladeleistung und zahlreichen Ladevorgängen summieren können.

Die Kosten sind nicht alles

Neben den Energiekosten bewertete connect auch die Tarifstruktur. Eine übersichtliche Preisstaffelung, transparente Bedingungen und nachvollziehbare Blockiergebühren erleichtern die Nutzung im Alltag. Unübersichtliche RoamingPreise oder variable Kosten können jedoch dazu führen, dass der tatsächliche Preis erst unmittelbar vor dem Laden erkennbar wird. Auch die Authentifizierung spielt eine Rolle. Mehrere Anbieter unterstützen Plug & Charge oder Autocharge. Dabei erkennt die Ladesäule den Nutzer beziehungsweise sein E-Auto automatisch, sodass eine Authentifizierung per Ladekarte oder App entfällt. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Funktion von Fahrzeug, Ladesäulenbetreiber und Ladetarifanbieter unterstützt wird.

Im Alltag kann der Einsatz mehrerer Ladekarten sinnvoll sein. Eine Hauptkarte deckt häufig die wichtigsten Ladepunkte ab. Eine zusätzliche Karte ohne Grundgebühr kann als Ausweichmöglichkeit dienen, wenn die bevorzugte Karte an einer Säule nicht akzeptiert wird oder der Preis dort deutlich höher liegt. Für Neuwagenkäufer können vergünstigte Herstellerangebote interessant sein, bei denen beispielsweise im ersten Jahr die Grundgebühr entfällt. Vorsicht ist beim Bezahlen per QR-Code geboten. connect warnt ausdrücklich vor sogenanntem Quishing, also manipulierten QR-Codes an den Ladesäulen. Nutzer sollten QR-Codes möglichst nur dann scannen, wenn sie im Displaymenü der Säule angezeigt werden. Aufgeklebte oder anderweitig veränderte Codes können auf gefälschte Webseiten führen, über die sensible Zahlungsdaten abgegriffen werden.

connect Testfazit

Der connect-Test zeigt, dass die Auswahl des richtigen Ladetarifs ebenso sorgsam erfolgen sollte wie die Wahl des Elektroautos. Laternenparker sollten sich nach einem leistungsfähigen Tarif für öffentliche AC- und HPC-Ladepunkte umsehen. Durchschnittsfahrer profitieren von grundgebührenfreien Angeboten mit günstigen Roaming-Preisen. Vielfahrer sollten gezielt die Tarife mit niedrigen HPC-Preisen und attraktiven Konditionen an häufig genutzten Ladeparks vergleichen.

In der Endabrechnung liegt Mercedes bei zwei der drei Nutzungsprofile vorn. EWE Go gewinnt bei den Durchschnittsfahrern. Beim spontanen Laden ohne Vertrag überzeugt Aldi Süd sowohl an AC- als auch an HPC-Ladepunkten. Unabhängig vom Fahrprofil gilt: Wer regelmäßig öffentlich lädt, kann mit einem passenden Tarif mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen.

Der komplette Ladenetztest mit allen Einzelwertungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz erscheint in der Ausgabe 11/2026 von connect (EVT: 05.10.26) und auf connect.de.

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Hannes Rügheimer, connect-Autor
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